Ostbelgien

Lebe wohl „DG“, willkommen Ostbelgien!



Im Rahmen des Standortmarketings für die neue Dachmarke 'Ostbelgien' war auch "O Schulmarjanne" mit von der Partie! Im Rahmen dieser Kampagne wurde ein Imagefilm über unsere VoG gedreht. Wir finden ihn sehr gelungen!

Die unbeugsamen Crombacher


In Crombach haben sie es verstanden: Glücklich wird nur der, der es schafft, in mehreren Welten Zuhause zu sein. Unsere Zivilisation und ihr technischer Fortschritt schenken uns Mobilität, Flexibilität und digitale Vernetzung. Das verspricht enormes Freiheits- und Entfaltungspotential. Und im schlimmsten Fall genau das Gegenteil: Schlecht gehandhabt kann der ganze Fortschritt auch direkt in die Vereinsamung führen.


Da machen die Crombacher nicht mit. Sie nehmen sich das Beste der heutigen Welt und kämpfen gleichzeitig dafür, dass das Beste aus der alten Welt erhalten bleibt. Als vor zehn Jahren die Betreiber der letzten Dorfkneipe in Pension gingen, ohne einen Nachfolger zu finden, war schnell ein starkes Wir-Gefühl da. Und die Gewissheit, dass die Kneipe samt anliegendem Saal als Treffpunkt für die Dorfbewohner nicht verschwinden darf.


Schnell schlossen sich die verschiedenen Vereine zusammen: Die Junggesellen, der Karnevalsverein, die Musikgesellschaft Edelweiß Crombach - knapp zwanzig verschiedene Vereine gründeten gemeinsam eine Vereinigung, um das Haus zu kaufen und die Dorfseele zu retten. Die VoG heißt „O Schulmarjanne“ , eine Hommage an die alte Wirtin, die damals die Ehefrau des Dorfschullehrers war.


Wenn heute an einem Freitagabend die Mitglieder der Musikgesellschaft Edelweiß in der Pausenprobe die Wirtschaft stürmen, herrscht sofort beste Stimmung. Die Großen kühlen ihren Durst, reißen Witze und tauschen rund um die Theke über die Woche aus. Die Kinder und Jugendlichen sitzen an den Tischen und sind in Zweiergrüppchen über ihre Smartphones gebeugt.


Ab und an hebt einer der Jugendlichen seinen Kopf und wirft einen analogen Blick in die Runde. Dieser wird – wohltuend altmodisch – von vielen ganz analog erwidert. So funktioniert modernes Dorfleben heute: Die Bewohner pflegen den persönlichen Kontakt, leben Solidarität, indem sie ein gemeinsames Dorfhaus betreiben und – ob jung oder alt – gehen sie gleichzeitig ihren anderweltigen Beschäftigungen nach:  sie sind Mitglieder in Internet-Foren, Gamer-Staffeln oder What’s App-Gruppen. Oder sie studieren und arbeiten in Luxemburg, Brüssel oder Aachen.


Der 29-jährige Alexander Krings bringt es auf den Punkt: „Ich habe immer so ein bisschen zwischen beidem geschwankt. Ich bin sehr heimatverbunden, aber ich reise auch gerne und viel. Es gibt immer so das gewisse Etwas, das mir sagt: ‚Ich bleibe hier in Ostbelgien, in Crombach, in meinem Dorf. Das ist der starke Zusammenhalt.“


Sagten wir doch: Die Crombacher haben entschieden, in vielen Welten Zuhause zu sein. Ihr Kampf sollte Schule machen. Was wohl Marjanne dazu sagen würde?

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